Die kurze Antwort: Zu Hause kostet eine Ladung für 100 Kilometer bei einem Strompreis von 35 Cent rund 6 bis 7 Euro. An einer öffentlichen Schnellladesäule sind es eher 12 bis 14 Euro – immer noch günstiger als Benzin, aber doppelt so teuer wie daheim. Eine volle Ladung kostet je nach Akkugröße zwischen 10 und 30 Euro. Die genauen Zahlen für Ihr Fahrzeug finden Sie in den Tabellen weiter unten.
Die Formel: So rechnen Sie Ihre Ladekosten selbst aus
Sie brauchen nur zwei Werte: Ihren Verbrauch in Kilowattstunden pro 100 Kilometer und Ihren Strompreis pro Kilowattstunde.
Kosten pro 100 km = Verbrauch (kWh/100 km) × Strompreis (€/kWh)
Ein Beispiel: Ein Fahrzeug mit 18 kWh Verbrauch auf 100 Kilometern kostet bei 35 Cent pro Kilowattstunde 6,30 Euro auf dieser Strecke. Wichtig dabei: Rechnen Sie mit dem Verbrauch ab Steckdose, nicht mit dem Bordcomputerwert. Beim Laden entstehen Verluste von etwa zehn Prozent, die Sie mitbezahlen, die der Bordcomputer aber nicht anzeigt.
Kosten pro 100 Kilometer nach Strompreis
Die Tabelle zeigt die Kosten für 100 Kilometer bei einem realistischen Verbrauch von 18 kWh inklusive Ladeverlusten:
| Strompreis | Kosten pro 100 km | Typische Situation |
|---|---|---|
| ca. 0,10 €/kWh | 1,80 € | Eigener Photovoltaik-Strom |
| 0,25 €/kWh | 4,50 € | Günstiger Nacht- oder Wärmepumpentarif |
| 0,30 €/kWh | 5,40 € | Günstiger Haushaltstarif |
| 0,35 €/kWh | 6,30 € | Durchschnittlicher Haushaltsstrom |
| 0,40 €/kWh | 7,20 € | Grundversorgungstarif |
| 0,55 €/kWh | 9,90 € | Öffentliche AC-Ladesäule |
| 0,70 €/kWh | 12,60 € | Öffentliches Schnellladen (DC) |
Der Unterschied zwischen der eigenen Steckdose und der Schnellladesäule beträgt also grob das Doppelte. Wer überwiegend unterwegs lädt, gibt bei 15.000 Kilometern im Jahr rund 900 Euro mehr aus als jemand, der zu Hause lädt.
Was kostet eine volle Ladung?
Berechnet mit 35 Cent pro Kilowattstunde und zehn Prozent Ladeverlusten. Akkugrößen können je nach Ausstattungsvariante abweichen.
| Modell | Akku (ca.) | Kosten volle Ladung | Reichweite (ca.) |
|---|---|---|---|
| Dacia Spring | 27 kWh | ca. 10,40 € | ca. 180 km |
| Fiat 500e | 42 kWh | ca. 16,20 € | ca. 260 km |
| Renault Zoe | 52 kWh | ca. 20,00 € | ca. 320 km |
| VW ID.3 Pro | 58 kWh | ca. 22,30 € | ca. 350 km |
| Tesla Model 3 | 60 kWh | ca. 23,10 € | ca. 400 km |
| MG4 | 64 kWh | ca. 24,60 € | ca. 370 km |
| Tesla Model Y | 75 kWh | ca. 28,90 € | ca. 450 km |
| VW ID.4 | 77 kWh | ca. 29,60 € | ca. 420 km |
| Skoda Enyaq | 77 kWh | ca. 29,60 € | ca. 420 km |
| Hyundai Ioniq 5 | 77 kWh | ca. 29,60 € | ca. 430 km |
Der Vergleich mit dem Benziner
Ein vergleichbarer Verbrenner mit 7 Litern auf 100 Kilometern kostet bei einem Spritpreis von 2,15 Euro rund 15,05 Euro pro 100 Kilometer. Gegenübergestellt:
- Mit eigenem Solarstrom: 1,80 € – etwa ein Achtel
- Zu Hause mit Nachtstrom (0,25 €/kWh): 4,50 € – weniger als ein Drittel
- Zu Hause laden (0,35 €/kWh): 6,30 € – weniger als die Hälfte
- Öffentliche AC-Säule (0,55 €/kWh): 9,90 € – etwa zwei Drittel
- Öffentliches Schnellladen (0,70 €/kWh): 12,60 € – günstiger, aber nur knapp
Elektrisch fahren ist damit in jedem Szenario günstiger als Benzin – aber wie groß der Vorsprung ausfällt, hängt fast vollständig davon ab, wo Sie laden. Auf 15.000 Kilometer im Jahr gerechnet zahlt ein Benziner rund 2.258 Euro. Wer zu Hause lädt, kommt auf etwa 945 Euro. Wer ausschließlich auf Schnellladesäulen angewiesen ist, zahlt 1.890 Euro. Zwischen Heimladen und Schnellladen liegen also fast 1.000 Euro pro Jahr – allein durch den Ladeort.
So senken Sie Ihre Ladekosten
Nachts laden. Viele Anbieter haben Tarife mit günstigeren Nachtzeiten. Ein Ladegerät mit Timer-Funktion startet den Ladevorgang automatisch zur günstigen Stunde.
Mit ausreichender Leistung laden. Das klingt zunächst unlogisch, ist aber messbar: Beim langsamen Laden an der Haushaltssteckdose läuft die Fahrzeugelektronik über zwanzig Stunden mit und verbraucht dabei dauerhaft Strom. Die Ladeverluste liegen dort spürbar höher als bei einer Ladung mit 11 kW über Nacht.
Photovoltaik nutzen. Eigener Solarstrom kostet Sie kalkulatorisch rund 10 Cent pro Kilowattstunde statt 35. Ein Ladegerät mit einstellbarer Stromstärke lässt sich an die verfügbare Sonnenleistung anpassen.
Nicht immer auf 100 Prozent laden. Oberhalb von 80 Prozent steigen die Ladeverluste, und der Akku altert schneller. Für den Alltag reicht meist eine Ladegrenze von 80 Prozent.
Wie Sie Ihren tatsächlichen Verbrauch messen
Alle Rechnungen oben sind Näherungen. Was Sie wirklich zahlen, wissen Sie erst, wenn Sie die geladenen Kilowattstunden kennen – und zwar die, die aus der Steckdose kommen, nicht die, die der Bordcomputer meldet.
Ladegeräte mit integriertem Zähler zeigen diesen Wert direkt an. Komfortabler wird es mit einer mobilen Wallbox mit App und Ladehistorie: Sie protokolliert jeden Ladevorgang mit Datum, Dauer und Energiemenge und lässt sich als Excel-Datei exportieren. Damit rechnen Sie Ihre tatsächlichen Kosten auf den Cent genau aus, statt zu schätzen.
Wie lange die jeweilige Ladung dauert, haben wir in unserem Ratgeber Wie lange dauert es, ein E-Auto zu laden? aufgeschlüsselt.
Ladekosten bei Dienstwagen
Wer einen elektrischen Dienstwagen zu Hause lädt, zahlt den Strom zunächst über die eigene Rechnung und bekommt ihn vom Arbeitgeber erstattet – entweder pauschal oder kilowattstundengenau. Bei einem Vielfahrer mit 1.500 Kilometern im Monat entstehen rund 95 Euro Stromkosten; die übliche Pauschale deckt davon nur einen Teil ab. Welcher Weg sich wann lohnt und welche Nachweise Sie brauchen, erklären wir im Artikel Dienstwagen zuhause laden: So funktioniert die Abrechnung. Unternehmen, die mehrere Fahrzeuge ausstatten, erhalten hier ein Angebot mit Staffelpreisen innerhalb von 24 Stunden.
Häufige Fragen
Was kostet 100 km mit dem E-Auto?
Zu Hause bei 35 Cent pro Kilowattstunde etwa 6,30 Euro, mit günstigem Nachtstrom rund 4,50 Euro. An öffentlichen Schnellladesäulen steigen die Kosten auf 12 bis 14 Euro. Zum Vergleich: Ein Benziner mit 7 Litern Verbrauch liegt bei aktuell rund 15 Euro.
Warum lade ich mehr kWh, als der Akku fasst?
Wegen der Ladeverluste. Zwischen Steckdose und Batterie gehen je nach Ladeleistung und Temperatur etwa fünf bis fünfzehn Prozent verloren. Diese Energie zahlen Sie mit.
Ist Laden an der Haushaltssteckdose günstiger?
Nein, im Gegenteil. Der Strompreis ist derselbe, aber die Verluste sind höher, weil das Fahrzeug über viele Stunden hinweg Nebenverbraucher mitversorgt. Langsam laden ist also nicht sparsamer, sondern teurer.
Lohnt sich ein spezieller Autostromtarif?
Häufig ja, vor allem bei hoher Fahrleistung. Vergleichen Sie aber die Gesamtkosten inklusive Grundpreis – bei geringem Verbrauch kann ein normaler Tarif günstiger bleiben.
Wie viel spare ich im Jahr gegenüber einem Benziner?
Bei 15.000 Kilometern jährlich und überwiegendem Heimladen rund 1.300 Euro (945 Euro Strom gegenüber 2.258 Euro Sprit). Mit günstigem Nachtstrom werden daraus etwa 1.580 Euro. Wer ausschließlich öffentlich schnelllädt, spart dagegen nur etwa 370 Euro.
Hinweis: Alle Beträge sind Richtwerte, Stand 2026. Strom- und Kraftstoffpreise schwanken regional und je nach Tarif erheblich. Setzen Sie für eine genaue Rechnung Ihre eigenen Werte in die Formel oben ein.
Fazit
Elektrisch fahren ist deutlich günstiger als Verbrenner fahren – und der Vorsprung wächst mit jedem Cent, den der Sprit teurer wird. Entscheidend ist aber, wo Sie laden: Zwischen der eigenen Steckdose und der Schnellladesäule liegen fast 1.000 Euro im Jahr. Genau deshalb lohnt sich eine schnelle Lademöglichkeit zu Hause. Eine mobile Wallbox mit 11 kW leistet das ohne Elektriker und ohne feste Installation – und mit App-Protokoll wissen Sie jederzeit genau, was Sie geladen und was es gekostet hat.