Die kurze Antwort: An einer Haushaltssteckdose dauert eine volle Ladung meist 20 bis 30 Stunden. Mit 11 kW sind es rund 5 bis 8 Stunden – also eine Nacht. Mit 22 kW halbiert sich die Zeit noch einmal, sofern das Fahrzeug das unterstützt. Wie lange es bei Ihrem Auto genau dauert, lesen Sie in den Tabellen weiter unten.
Die Faustformel: So rechnen Sie es selbst aus
Die Ladezeit ergibt sich aus zwei Zahlen: der Akkukapazität Ihres Fahrzeugs in Kilowattstunden und der Ladeleistung in Kilowatt.
Ladezeit in Stunden = Akkukapazität (kWh) ÷ Ladeleistung (kW) × 1,1
Der Faktor 1,1 berücksichtigt die Ladeverluste, die beim Wechselstromladen unvermeidlich sind – Energie geht in Wärme und in die Elektronik. Ein Beispiel: Ein Fahrzeug mit 58 kWh Akku lädt an 11 kW in etwa 58 ÷ 11 × 1,1 = rund 5,8 Stunden von leer auf voll.
Ladezeiten nach Anschlussart
Die folgende Tabelle zeigt, wie lange es dauert, 50 kWh nachzuladen – das entspricht etwa 250 bis 300 Kilometern Reichweite:
| Anschluss | Ladeleistung | Dauer für 50 kWh |
|---|---|---|
| Haushaltssteckdose (Schuko) | ca. 2,3 kW | rund 24 Stunden |
| CEE 16 A, einphasig | 3,7 kW | rund 15 Stunden |
| CEE 16 A, dreiphasig | 11 kW | rund 5 Stunden |
| CEE 32 A, dreiphasig | 22 kW | rund 2,5 Stunden |
Der Unterschied ist drastisch: Wer an der normalen Steckdose lädt, braucht für dieselbe Strecke einen ganzen Tag statt einer Nacht. Genau deshalb ist die Steckdose als Dauerlösung ungeeignet – sie taugt zum Notladen, nicht für den Alltag.
Ladezeiten für gängige E-Auto-Modelle
Diese Werte gelten für eine volle Ladung von leer auf 100 Prozent an einer 11-kW-Ladelösung. Je nach Ausstattungsvariante und Modelljahr können Akkugröße und Ladeleistung abweichen – prüfen Sie im Zweifel die Angaben Ihres Herstellers.
| Modell | Akku (ca.) | Max. AC-Ladeleistung | Ladezeit bei 11 kW |
|---|---|---|---|
| Dacia Spring | 27 kWh | 6,6 kW | ca. 4,5 Std. (bei 6,6 kW) |
| Fiat 500e | 42 kWh | 11 kW | ca. 4 Std. |
| Renault Zoe | 52 kWh | 22 kW | ca. 5 Std. (bei 22 kW: ca. 2,5 Std.) |
| VW ID.3 Pro | 58 kWh | 11 kW | ca. 6 Std. |
| Cupra Born | 58 kWh | 11 kW | ca. 6 Std. |
| Tesla Model 3 | 60 kWh | 11 kW | ca. 6 Std. |
| MG4 | 64 kWh | 11 kW | ca. 6,5 Std. |
| Tesla Model Y | 75 kWh | 11 kW | ca. 7,5 Std. |
| VW ID.4 | 77 kWh | 11 kW | ca. 7,5 Std. |
| Skoda Enyaq | 77 kWh | 11 kW | ca. 7,5 Std. |
| Hyundai Ioniq 5 | 77 kWh | 11 kW | ca. 7,5 Std. |
| Kia EV6 | 77 kWh | 11 kW | ca. 7,5 Std. |
Auffällig: Fast alle Fahrzeuge liegen zwischen fünf und acht Stunden. Das ist kein Zufall, sondern der Grund, warum sich 11 kW als Standard für das Laden zu Hause durchgesetzt haben – es passt exakt in eine Nacht.
Der wichtigste Punkt: Was kann Ihr Auto überhaupt?
Viele unterschätzen diesen Faktor. Entscheidend ist nicht nur die Ladestation, sondern der Onboard-Lader im Fahrzeug – der Bauteil, der Wechselstrom in Gleichstrom umwandelt. Er begrenzt, wie schnell Ihr Auto Wechselstrom aufnehmen kann.
Die meisten aktuellen E-Autos laden mit maximal 11 kW. Eine 22-kW-Ladestation bringt Ihnen dann nichts, weil das Fahrzeug bremst. Nur wenige Modelle – etwa der Renault Zoe oder bestimmte Ausstattungen einzelner Hersteller – nutzen tatsächlich 22 kW. Prüfen Sie diesen Wert im Fahrzeugschein oder in der Bedienungsanleitung, bevor Sie in eine stärkere Ladelösung investieren. Wer wirklich 22 kW nutzen kann, findet in unserer mobilen Wallbox mit 22 kW die passende Lösung; für alle anderen ist eine 11-kW-Ladelösung die richtige Wahl.
Was die Ladezeit sonst noch beeinflusst
- Ladestand: Oberhalb von etwa 80 Prozent drosselt das Fahrzeug die Leistung, um den Akku zu schonen. Die letzten Prozent dauern deshalb überproportional lang.
- Temperatur: Bei Kälte lädt der Akku langsamer, weil er erst temperiert werden muss. Im Winter können 20 bis 30 Prozent mehr Zeit anfallen.
- Eingestellte Stromstärke: Wer aus Rücksicht auf die Hausinstallation von 16 auf 10 Ampere reduziert, verlängert die Ladezeit entsprechend.
- Phasenanzahl: Manche Fahrzeuge laden nur einphasig und kommen damit auch an einer dreiphasigen Station nicht über 3,7 bis 7,4 kW hinaus.
Schnell laden ohne fest installierte Wallbox
Für 11 kW brauchen Sie keine montierte Wandladestation. Eine mobile Wallbox wird an eine vorhandene rote CEE-Starkstromdose gesteckt und lädt genauso schnell wie eine Festinstallation – ohne Elektriker, ohne bauliche Veränderung und ohne Genehmigungsverfahren. Sie zieht beim Umzug einfach mit um und lässt sich per Adapter auch an der Haushaltssteckdose betreiben, wenn unterwegs nichts anderes verfügbar ist. Wie sich die Kosten beider Varianten unterscheiden, haben wir im Artikel Mobile vs. fest installierte Wallbox durchgerechnet.
Welches Gerät zu welchem Bedarf passt, zeigt unser Vergleich der mobilen Wallboxen.
Für Unternehmen und Fuhrparks
Bei Dienstwagen wird aus der Ladezeit eine Planungsfrage: Ein Fahrzeug, das über Nacht in fünf bis acht Stunden voll wird, steht am Morgen einsatzbereit – eines, das an der Steckdose 24 Stunden braucht, nicht. Für Flotten kommt hinzu, dass der geladene Strom dokumentiert werden muss. Geräte mit App und exportierbarer Ladehistorie erfassen jede Ladung automatisch und liefern die Grundlage für die Abrechnung mit dem Mitarbeiter. Unternehmen erhalten hier ein Angebot mit Staffelpreisen innerhalb von 24 Stunden.
Häufige Fragen
Wie lange dauert das Laden an einer normalen Steckdose?
Bei etwa 2,3 kW Ladeleistung dauert eine volle Ladung je nach Akkugröße 20 bis 30 Stunden. Für den täglichen Gebrauch ist das zu langsam; als Notlösung unterwegs funktioniert es.
Schadet häufiges Laden dem Akku?
Wechselstromladen mit 11 kW gilt als schonend. Belastender sind häufiges Schnellladen mit Gleichstrom und dauerhaftes Laden auf 100 Prozent. Viele Hersteller empfehlen im Alltag eine Ladegrenze von 80 Prozent.
Lohnt sich eine 22-kW-Ladestation?
Nur, wenn Ihr Fahrzeug 22 kW Wechselstrom aufnehmen kann. Die Mehrheit der E-Autos ist bei 11 kW begrenzt – dann bleibt die stärkere Station ungenutzt.
Kann ich die Ladezeit programmieren?
Ja. Viele Ladegeräte bieten eine Timer-Funktion, mit der der Ladevorgang zeitversetzt startet – praktisch, um günstige Nachtstromtarife zu nutzen.
Wie viel Reichweite lade ich pro Stunde?
Als Faustregel bei einem Verbrauch von 18 kWh/100 km: An der Steckdose etwa 12 km pro Stunde, bei 11 kW rund 55 km und bei 22 kW etwa 110 km.
Hinweis: Alle Angaben sind Richtwerte auf Basis der Herstellerangaben, Stand 2026. Tatsächliche Ladezeiten hängen von Fahrzeugvariante, Temperatur, Ladestand und Hausinstallation ab.
Fazit
Wie lange das Laden dauert, entscheidet sich vor allem an der Ladeleistung – und der Sprung von der Haushaltssteckdose auf 11 kW verkürzt die Ladezeit um etwa das Fünffache. Wer sein Auto über Nacht voll haben will, braucht dafür keine teure Festinstallation: Eine mobile Wallbox mit 11 kW leistet dasselbe, ist sofort einsatzbereit und geht beim Umzug einfach mit.